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Buch schreiben: Die wichtigsten Genres auf einen Blick

20. Juni 2024·9 Min. Lesezeit·Sabrina

Genres sind Kategorien, die Werke nach gemeinsamen Merkmalen oder Themen klassifizieren. Sie helfen Autor:innen und Leser:innen, Bücher zu organisieren und zu identifizieren – und sie entscheiden mit darüber, ob dein Manuskript den richtigen Verlag und die richtige Zielgruppe findet. Hier findest du eine umfassende Übersicht.

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Darum geht's

  • Warum Genres für Verlage und Agenturen ein Werkzeug sind
  • Drei Schritte, mit denen du dein Genre bestimmst
  • Die wichtigsten Genres und Sub-Genres auf einen Blick

Was versteht man unter einem Genre?

Genres sind Kategorien, die Werke nach gemeinsamen Merkmalen oder Themen klassifizieren. Diese Kategorisierung hilft sowohl Autor:innen als auch Leser:innen, Bücher besser zu organisieren und zu identifizieren. Ein Genre kann durch verschiedene Elemente definiert werden, wie zum Beispiel den Stil, die Thematik, die Struktur oder das Setting einer Story.

Genres dienen zur Orientierung. Bücher werden aufgrund ihrer Genres verkauft. Sie bieten Orientierung und schaffen Erwartungen, die die Leser:innen durch die Story leiten. Sie können vielfältig sein, von fesselnden Krimis bis hin zu fantasievollen Abenteuern. Durch die Einteilung in Genres können Leser:innen leichter Bücher finden, die ihren Interessen entsprechen, und Autor:innen können ihre Zielgruppe besser ansprechen.

Auch Verlage und Literaturagenturen nutzen Genres als wichtiges Werkzeug. Sie dienen dazu, Manuskripte effizient zu kategorisieren und das passende Publikum zu identifizieren. Durch diese Zuordnung können Verlage gezielt Marketingstrategien entwickeln und das Buch an die richtige Zielgruppe bringen. Literaturagent:innen nutzen Genres, um das Manuskript geeigneten Verlagen anzubieten und dessen Marktchancen zu verbessern. Eine klare Genrezuordnung erhöht die Chancen, dass ein Buch entdeckt und erfolgreich veröffentlicht wird.

So wählst du das richtige Genre aus

  • Kernthema identifizieren. Das Kernthema deines Buches ist der zentrale Gedanke oder die Hauptidee, die deinen Roman oder dein Sachbuch vorantreibt. Es kann ein spezifisches Motiv, eine wichtige Botschaft oder ein grundlegendes Konzept sein, das du vermitteln möchtest. Indem du dein Kernthema klar definierst, legst du den Grundstein für eine kohärente und fokussierte Erzählung.
  • Zielgruppe bestimmen. Überlege dir, wen du mit deinem Buch ansprechen möchtest. Versetze dich dann in die Lage deiner potenziellen Leser:innen und überlege, wie sie bei der Buchsuche vorgehen würden. In welchen Kategorien würden sie suchen? Welche Suchbegriffe würden sie eingeben?
  • Ähnliche Bücher durchforsten. Sieh dir in all deinen notierten Genres an, welche Werke dort zu finden sind. Ziel ist es, Bücher zu finden, die deinem ähneln. Frage dich: Passt dein Buch thematisch dazu? Würdest du es in einer Buchhandlung in dasselbe Regal stellen? Ja? Dann hast du dein Genre gefunden.

Manchmal passt ein Buch in mehrere Kategorien. In diesem Fall rate ich dir, ein Hauptgenre auszuwählen, unter dem du dein Werk Verlagen oder Literaturagent:innen vorstellst.

Würdest du dein Buch in derselben Buchhandlung ins selbe Regal stellen?
STORYBOOK Teil 1
Zum Weiterarbeiten

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  • Von der Idee zur tragenden Prämisse
  • Figuren, Konflikt und Outline in einem Buch
  • Mit Übungen zum direkt Reinschreiben
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Fiction – Romanformen

Erfundene und imaginative Stories, die in erster Linie der Unterhaltung dienen.

  • Abenteuerroman – spannende und risikoreiche Unternehmungen der Protagonist:innen. Beispiel: „Die Schatzinsel“ von Robert Louis Stevenson.
    Sub-Genres: Historischer und zeitgenössischer Abenteuerroman, Reiseabenteuer, Survival, Piraten, Militär, Wildnis, See, Dschungel, Schatzsuche
  • Fantasy – die Story spielt nicht in unserer Realität – magische, mythische oder übernatürliche Elemente in einer oft mittelalterlich inspirierten Welt. Beispiel: „Der Herr der Ringe“ von J. R. R. Tolkien.
    Sub-Genres: High, Low, Urban, Dark, Historische, Paranormale, Märchen-, Epische, Zeitgenössische und Abenteuer-Fantasy, LGBTQ+
  • Gesellschaftsroman – untersucht soziale Strukturen, Klassen, Werte und Beziehungen einer Gesellschaft oder Epoche – die gesellschaftlichen Umbrüche bilden den roten Faden. Beispiel: „Oliver Twist“ von Charles Dickens.
    Sub-Genres: Historisch, zeitgenössisch, Sozialer Realismus, politisch, psychologisch, Familiendrama, Sittenroman, Bildungsroman, satirisch, multikulturell, Grossstadtroman
  • Historischer Roman – spielt in einer historisch nachvollziehbaren Vergangenheit und bezieht oft reale Ereignisse und Personen ein. Beispiel: „Die Säulen der Erde“ von Ken Follett.
    Sub-Genres: Biografisch, Historische Fiktion, Mystery, Liebesroman, Fantasy, Krimi, Abenteuer, Thriller, Romantik, Familiensaga, Kriegsroman
  • Horror – entworfen, um Angst, Schrecken und Entsetzen hervorzurufen, oft durch übernatürliche Elemente. Beispiel: „Dracula“ von Bram Stoker.
    Sub-Genres: Paranormal, psychologisch, Splatterpunk, Gothic, übernatürlich, Monster, Zombie, Vampir, Werwolf, kosmisch, Horror-Thriller
  • Kriminalroman – fokussiert auf Verbrechen, deren Aufklärung und oft auch deren Ausführung. Beispiel: „Sherlock Holmes“ von Arthur Conan Doyle.
    Sub-Genres: Polizeiroman, Gangsterkrimi, Regionalkrimi, Landhauskrimi, Reisekrimi, Hardboiled, psychologisch, Gerichtskrimi, historisch, Spionage, Whodunit, Noir, Cosy Crime
  • Liebesroman – zentriert um romantische Beziehungen – die Liebe ist mit Schwierigkeiten verbunden. Beispiel: „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen.
    Sub-Genres: Historisch, zeitgenössisch, Romantische Komödie, paranormal, Erotik, Regency, Abenteuer, Military, Fantasy, Science-Fiction, Suspense, Dark Romance, Gay Romance, Zeitreisen, Romantikthriller, LGBTQ+
  • Mystery – fokussiert auf das Geheimnisvolle und Unerklärliche, häufig mit Rätseln oder ungelösten Fragen. Beispiel: „Das Geheimnis der Schnallenschuhe“ von Agatha Christie.
    Sub-Genres: Cozy, Polizei, historisch, psychologisch, Krimi, paranormal, Rätselkrimi, Thriller, rechtlich, Spionage
  • Science-Fiction – zukünftige Technologien oder ausserirdisches Leben – physikalische Gesetze werden geändert. Beispiel: „Dune“ von Frank Herbert.
    Sub-Genres: Cyberpunk, Steampunk, Space Opera, Military, dystopisch, post-apokalyptisch, Zeitreise, Hard und Soft SF, Biopunk, Roboter und KI, Alien-Invasion, utopisch, LGBTQ+
  • Thriller – spannungsgeladene Stories mit intensiven Konflikten und unvorhersehbaren Wendungen – der Hauptkonflikt besteht aus lebensbedrohlichen Entwicklungen. Beispiel: „Das Schweigen der Lämmer“ von Thomas Harris.
    Sub-Genres: Psycho, Polit, Medizin, Techno, Recht, Spionage, Action, Öko, Militär, Mystery, Verschwörung, historisch, übernatürlich

Dazu kommen die kürzeren Formen: die Kurzgeschichte (knapp, wenige Charaktere, eine Handlung – „Die Verwandlung“ von Franz Kafka), die Novelle (länger als eine Kurzgeschichte, kürzer als ein Roman, ein zentraler Konflikt – „Der Tod in Venedig“ von Thomas Mann), die Fabel (moralische Lektion, oft mit Tieren – Aesop), das Märchen (magische Elemente, universelle Themen – „Aschenputtel“), die Parabel (einfache Story mit moralischer oder philosophischer Lektion) und die Groteske (Absurdes, Schauriges und Lächerliches als Gesellschaftskritik – „Der Prozess“ von Franz Kafka).

Non-Fiction – Sachbuch, Fachbuch, Biografie

Sachliche und informative Werke, die auf realen Ereignissen, Personen oder Fakten basieren.

  • Dokumentation – umfasst ein bestimmtes Thema oder Ereignis, oft mit dem Ziel der Aufklärung. Beispiel: „Die unbewohnbare Erde“ von David Wallace-Wells. Sub-Genres: Natur, Geschichte, Soziales, Wissenschaft, Biografie, Reise, Politik, Kultur, Sport, Musik, investigativ, Reportage.
  • Wissenschaftliche Literatur – Darstellung und Analyse wissenschaftlicher Erkenntnisse. Beispiel: „Eine kurze Geschichte der Zeit“ von Stephen Hawking.
  • Wissenschaftliches Fachbuch – grundlegende Fragen des Seins, des Wissens, der Werte und der Vernunft, für Fachleute. Beispiel: „Kritik der reinen Vernunft“ von Immanuel Kant.
  • Praxisorientiertes Fachbuch – von Medizin, Recht und Wirtschaft über Pädagogik und Psychologie bis Informatik, Architektur und Mathematik.
  • Handbuch – Nachschlagewerk mit detaillierten Informationen und Anleitungen zu einem Fachgebiet, kompakt für den praktischen Gebrauch.
  • Lehrbuch – behandelt grundlegende und fortgeschrittene Themen eines Studienfachs systematisch, konzipiert für Bildungseinrichtungen.
  • Autobiografie, Biografie, Memoir – die eigene Lebensgeschichte, die eines anderen Menschen oder persönliche Erinnerungen mit Fokus auf bestimmte Ereignisse. Beispiele: „Ich bin Malala“, „Steve Jobs“ von Walter Isaacson, „Beim Häuten der Zwiebel“ von Günter Grass.
  • Ratgeber – Reiseliteratur („In Patagonien“ von Bruce Chatwin), Kochbücher und andere Anleitungsformate.
  • Essay – kürzere, persönliche oder analytische Abhandlungen, häufig in Sammlungen. Beispiel: „Walden“ von Henry David Thoreau.

Kinder- und Jugendliteratur

Bücher, die speziell für junge Leser:innen geschrieben sind und Themen behandeln, die für Kinder und Jugendliche relevant und ansprechend sind.

  • Bilderbuch – viele Illustrationen, wenig Text, für Kleinkinder. Beispiel: „Die kleine Raupe Nimmersatt“ von Eric Carle.
  • Erstlesebuch – einfache Texte und grosse Schrift für Leseanfänger:innen. Beispiel: „Die kleine Hexe“ von Otfried Preussler.
  • Märchen – traditionelle und moderne Geschichten mit fantastischen Elementen.
  • Kinderroman – längere Stories fürs Grundschulalter mit komplexeren Handlungen. Beispiel: „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende.
  • Detektivgeschichte – junge Detektive lösen Rätsel und Geheimnisse. Beispiel: „Die drei ??? Kids“.
  • Coming-of-Age – der Übergang von der Jugend ins Erwachsenenalter. Beispiel: „Der Fänger im Roggen“ von J. D. Salinger.
  • New Adult – für junge Erwachsene ab etwa 18 Jahren: College, Karriere, Beziehungen. Beispiel: „After“ von Anna Todd.
  • Young Adult – Selbstfindung, erste Liebe, Erwachsenwerden. Beispiel: „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins.

Lyrik, Dramatik und Spezialformen

Literarische Werke, die sich durch poetische Sprache und dramatische Struktur auszeichnen und oft für künstlerische Darbietungen bestimmt sind.

  • Lyrik – Ballade („Der Erlkönig“), Elegie („Duineser Elegien“), Gedicht („Der Panther“), Sonett („Sonette an Orpheus“), Ode („Ode an die Freude“), Limerick und Haiku.
  • Dramatik – Ballett („Schwanensee“), Komödie („Ein Sommernachtstraum“), Tragödie („Hamlet“), Schauspiel („Faust“), Oper („Die Zauberflöte“) und Musical („Les Misérables“).

Dazu kommen die Spezialformen, die traditionelle Genregrenzen überschreiten: Dystopie („1984“ von George Orwell), Utopie („Utopia“ von Thomas Morus), Chick Lit („Bridget Jones’ Tagebuch“), Cyberpunk („Neuromancer“ von William Gibson), Graphic Novel („Watchmen“) und Steampunk („Leviathan“ von Scott Westerfeld).

Mini-Übung

Finde dein Hauptgenre

Beantworte die drei Zeilen und entscheide dich am Ende für genau ein Hauptgenre – das ist das, unter dem du dein Manuskript einreichst.

  • Mein Kernthema in einem Satz: …
  • Meine Zielgruppe würde suchen unter: …
  • Drei Bücher, neben denen meines im Regal stünde: …
  • Mein Hauptgenre: …
wirklich aufschreiben,
nicht nur denken.

Fazit

Na, konntest du dein Genre bereits entdecken? Ein klares Hauptgenre macht dein Manuskript für Verlage und Agenturen einordbar – und für deine Leser:innen auffindbar.

Wenn du dabei Unterstützung brauchst, schreib mir gerne über die Kontaktseite.

Wer hier schreibt
Sabrina Jordak, Autorin und Gründerin von storify.ing

Sabrina schreibt Romane und weiss, wie es sich anfühlt, in der Mitte eines Manuskripts stecken zu bleiben. Auf storify.ing teilt sie, was ihr selbst geholfen hat, weiterzuschreiben.

Happy storify.ing! Sabrina

Dieser Artikel wurde mit ganz viel Herz in St. Magdalena, Südtirol geschrieben.

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