55 Absagen. Kein Tippfehler: Mein Contemporary Romance Roman wurde tatsächlich 55 Mal abgelehnt. Jedes einzelne „Nein“ fühlte sich an wie der schriftliche Beweis dafür, dass mein Traum vom eigenen Buch eine Nummer zu groß für mich ist. Doch dann bin ich auf einen Impuls gestoßen, der meine gesamte Sichtweise umgekrempelt hat. Wenn du auch gerade an dir zweifelst, ist dieser Post für dich.

  • wie sich 55 Verlagsabsagen anfühlen und was sie wirklich bedeuten,
  • warum eine Absage selten ein Urteil über dein Talent ist,
  • welche Denkverschiebung mir dabei geholfen hat, nicht aufzugeben,
  • was die „100 Absagen Challenge“ damit zu tun hat und welchen nächsten Schritt du tun kannst, wenn das Nein gerade grösser wirkt als du.

In diesem Blog-Post werfen wir einen ehrlichen Blick auf das Gefühlschaos nach einer Verlagsabsage. Du erfährst, warum Absagen fast nie ein Urteil über dein Können sind und wie dir die „100 Absagen Challenge“ dabei hilft, eine völlig neue Perspektive einzunehmen. Damit dich ein Nein nicht mehr aufhält, sondern dich auf das nächste Level hebt ❤️

55 Absagen später: Warum ich jetzt 100 sammeln will (inkl. Challenge)

55 Mal „Leider nein“ – und was das mit einem macht

Ich erinnere mich noch genau an die erste Absage. Eine kurze, freundliche Standard-Mail. Höflich, unpersönlich, endgültig. Ich habe sie dreimal gelesen, als würde sich beim dritten Mal irgendwo zwischen den Zeilen doch noch ein „aber eigentlich …“ verstecken. Tat es natürlich nicht.

Damals dachte ich noch: Okay. Eine Absage. Das passiert.
Aber aus einer wurden zehn. Aus zehn wurden zwanzig. Und mit jeder Absage wurde die Stimme in mir ein bisschen lauter, die behauptete:

Vielleicht ist das Buch wirklich nicht gut genug.
Vielleicht bin ich nicht gut genug.
Vielleicht sollst du einfach nicht Autorin sein.

Ich schreibe das nicht, um Mitleid zu bekommen. Ich schreibe es, weil ich glaube, dass du diese Stimme auch kennst. Und weil viel zu selten laut darüber gesprochen wird, wie viele Absagen zum Schreiben dazugehören und wie verdammt schnell sie sich wie eine absolute Wahrheit anfühlen.

Was eine Absage wirklich bedeutet – und was nicht

Jede Absage war für mich ein Urteil. Und zwar nicht nur über mein Manuskript, sondern über alles, was daran hing: meine Idee, meine Stimme, meinen Stil, meinen Traum, Autorin zu sein.

Wenn da stand „passt leider nicht“, übersetzte mein Kopf das mit: Du bist nicht gut genug. Ich habe nie gelesen, was wirklich in der Mail stand. Ich habe nur meine eigenen Ängste schwarz auf weiß gesehen. Das ist das Toxische an Absagen: Sie legen sich zielsicher in die Wunden, die längst da sind. Sie füttern die Angst, zu viel zu wollen. Zu groß zu träumen.

Dabei ist eine Absage kein universelles Urteil. Hinter den Kulissen sitzen Menschen mit Excel-Tabellen, vollen Herbstprogrammen, Marketing-Vorgaben und zu wenig Kaffee. Vielleicht war das Genre gerade gesättigt. Vielleicht war der Einkäufer schlecht gelaunt. Vielleicht war es verdammt knapp. Und ja, vielleicht war das Manuskript auch nicht perfekt. Natürlich nicht. Welches Manuskript ist das schon?

Aber eine Absage ist nicht dasselbe wie: Deine Story ist wertlos.
Sie ist nicht dasselbe wie: Deine Stimme ist „falsch“.
Und erst recht kein: „Hör auf zu schreiben“.

Das musste ich erst lernen. Und ganz unter uns: Ich lerne es immer noch.

Louise Marburg, die Autorin von Fancy Meeting You, hat einmal einen Satz gesagt, der mir nicht mehr aus dem Kopf geht: Schreib das, was du schreiben willst. Wenn du hartnäckig bleibst, wird deine Arbeit ihren Weg finden. Nicht, weil du dich verbogen hast, um in den Markt zu passen – sondern genau wegen deiner einzigartigen Stimme.

Das hat mir die Augen geöffnet. Denn die alles entscheidende Frage ist nicht, ob ein Verlag mich heute will. Die Frage ist: Wie lange bin ich bereit, an meine Geschichte zu glauben?

Jetzt, beim Aufschreiben, klingt diese Rechnung natürlich absurd. Aber in den dunklen Momenten fühlte sie sich richtig real an. An Abenden, an denen die Wohnung still ist, der Cursor blinkt und du nicht mehr weißt, warum du das eigentlich tust. Du sitzt da, liest dieselben Sätze zum zehnten Mal und denkst plötzlich nicht mehr darüber nach, wie du sie besser machen könntest, sondern nur noch, ob sie jemals gut genug sein werden.

Dein Kopf fängt an, Verbindungen zu ziehen, wo keine sind: Die Absage von vor drei Wochen. Die unbeantwortete Mail. Das Gefühl, dass alle anderen scheinbar mühelos veröffentlichen, während du selbst auf der Stelle trittst. Alles zeigt dir auf, dass es einfach nicht reicht.

Was mich aus dieser Gedankenspirale herausgeholt hat? Kein billiger Motivationsspruch.

Es war eine einzige Frage: 

Wenn ich aufhöre, weil es schwer ist, was verliere ich dann wirklich?

Die Antwort war nicht nur ein Verlagsvertrag oder ein gedrucktes Buch. Ich würde das Schreiben selbst verlieren. Und nein: Ich will nicht, dass fremde Absagen darüber entscheiden, ob ich schreibe.

Challenge: 100 Absagen - machst du mit?

Dann bin ich über ein Konzept gestolpert, das alles auf den Kopf gestellt hat: Die 100 Absagen Challenge.
Das Ziel ist denkbar einfach: Du sammelst keine Zusagen, sondern 100 Absagen.

Klingt erst mal masochistisch, oder? Aber das Geniale daran ist der Mindset-Shift: Plötzlich ist nicht mehr der Erfolg das Ziel, sondern der Versuch. Nicht die perfekte Zusage, sondern der Mut, sich überhaupt zu zeigen. Jedes „Nein“ bedeutet ab jetzt nur noch eins: Du hast es gewagt. Du hast dein Buch in die Welt geschickt und an deine Story geglaubt.

Scheitern und Weitermachen sind keine Gegensätze – sie sind Teil desselben Wegs.

Ich starte diese Challenge jetzt. Mit meinen 55 Absagen habe ich schon einen ziemlich guten Vorsprung.
Machst du mit?

Wenn deine Antwort ein lautes „Ja“ ist, dann kannst du dir hier meinen „100 Absagen Tracker“ kostenlos herunterladen. Jedes abgehakte Kästchen ist der Beweis, dass du mutig warst. Also, legen wir los?

100 Absagen Challenge

Machst du mit?
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Was ich dir zum Schluß mitgeben möchte

Ich weiß nicht, ob mein Roman jemals veröffentlicht wird. Vielleicht klappt es, vielleicht endet diese Geschichte ganz anders. Was ich aber sicher weiß: Die größte Gefahr für ein Buch ist nicht die 55. Absage. Die größte Gefahr ist, dass wir danach aufhören.

Die Autorin Jenna Voris (The Long Con) hat einmal gesagt, dass wir unsere Bücher oft wie Prüfungen behandeln: Entweder man besteht, oder man fällt durch. Dabei sind sie eher wie Gärten. Manche blühen nach einem Sommer. Andere brauchen Jahre.

Wenn eine Absage gerade schwerer wiegt als deine Freude am Schreiben: Hol tief Luft. Und frag dich: Wenn du jetzt aufhörst, weil es schwer ist – was verlierst du dann wirklich?

P.S. Falls du gerade noch ganz am Anfang stehst und dir eine Struktur für deinen ersten Roman wünschst, bevor du überhaupt an Bewerbungen denkst – im STORYBOOK Teil 1 begleite ich dich von der ersten Idee bis zur fertigen Struktur. Und im STORYBOOK Teil 2 geht es vom ersten Satz bis zur druckreifen Fassung. Schau gerne mal rein:

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Teil 1: Mindset. Struktur. Storyaufbau.
Teil 2: Schreiben. Überarbeiten. Finalisieren.