Schreiben als Newbie-Mommy: Kreativ bleiben im Mami-Alltag
Zwischen Bäucherchen, Windeln & Stories — Post 2/3
Die ersten Monate als Mami fühlen sich an wie ein Marathon, für den du nie trainiert hast. Und mitten darin steht plötzlich die Frage: Wie um Himmels willen soll man da noch kreativ sein? Das Problem ist dabei aber nicht, ob du kreativ bist, sondern wie du kreativ bleiben kannst, wenn dein Alltag unplanbar ist und ständig Pausen diktiert, die du dir nicht selbst ausgesucht hast.
- Der Mami-Alltag: Hat da Kreativität überhaupt noch Platz?
- Der Schlüssel: Mini-Kreativräume statt fester Schreibzeiten
- Das Schreiben passt sich an – nicht du
- Der kreative Anspruch ändert sich – aber die Bedeutung bleibt
- Mami & Autorin – zwei Identitäten, die sich nicht ausschließen
- Fazit: Kreativ bleiben im Mami-Alltag ist möglich – nur anders
In diesem Blogpost zeige ich dir, wie ich Schreiben in meinen Alltag integriere – realistisch, liebevoll mit mir selbst und ohne Druck.
Der Mami-Alltag: Hat da Kreativität überhaupt noch Platz?
Ich sag’s, wie es ist: Der Alltag mit Baby ist kein stilles Schreibretreat. Er ist ein wilder Mix aus Stillen, Trösten, Tragen, Spazierengehen, Essen-wenn-es-irgendwie-geht, Powernaps (wenn man Glück hat) und diesen Momenten, in denen man feststellt, dass man seit 14 Uhr noch keinen Schluck Wasser getrunken hat.
Es ist ein Alltag voller Unterbrechungen.
Ein Tag kann sich anfühlen wie drei, und drei Tage können sich anfühlen wie einer.
Und deshalb funktioniert Schreiben hier einfach anders.
Nicht schlechter. Nur anders.
Man denkt in kurzen Abschnitten, in Stillfenstern, in Spaziergängen, in „vielleicht schaffe ich jetzt schnell…“. Und genau deshalb ist es so wichtig, aufzuhören, nach großen Schreibzeiten zu suchen. Die kommen irgendwann wieder – ja. Aber im Mami-Alltag passieren kreative Momente in den kleinen Zwischenräumen.
Ich habe lange gedacht, dass ich mich erst wieder „richtig“ kreativ fühle, wenn ich eine Stunde ungestört am Schreibtisch sitze. Aber genau diese Vorstellung hat mich davon abgehalten, überhaupt anzufangen.
Der Gamechanger war die Erkenntnis:
Es müssen keine großen Blöcke sein. Kleine Berührungspunkte reichen.
Sie halten dich verbunden. Mit deinem Projekt. Und mit dir selbst.
Mini-Momente, die größer sind, als sie wirken
Es klingt unspektakulär, aber die kleinen Momente tragen dich am weitesten.
Ein Gedanke, den du dir beim Stillen ins Handy tippst.
Ein Satz, der dir beim Spazieren einfällt.
Eine Szene, die du im Kopf kurz durchspielst, während du dein Baby in den Schlaf wiegst.
Ein Dialogfetzen, den du schnell in die Notizen schreibst, bevor er wieder verschwindet.
Nichts davon sieht nach „Schreiben“ aus.
Aber alles davon ist Schreiben.
Ich habe begriffen: Kreativität braucht keinen Schreibtisch.
Sie braucht Nähe. Präsenz. Die Bereitschaft, etwas festzuhalten, bevor es verdunstet.
Manchmal habe ich am Ende des Tages nur drei Sätze aufgeschrieben.
Und trotzdem fühlte ich mich wie eine Autorin.
Nicht wegen der Menge.
Sondern wegen der Verbindung.
Das Schreiben passt sich an – nicht du
Früher war Schreiben etwas, dem ich Raum gegeben habe.
Heute ist es etwas, das sich überall hinlegt, wo ein bisschen Platz ist.
Im Kinderwagenkorb liegt ein kleines Notizbüchlein, weil mir draußen immer die besten Ideen kommen. In meiner Küche kleben Post-its mit Plotpunkten, weil man offenbar beim Geschirrspüler-Ausräumen die klarsten Gedanken hat. Auf meinem Handy gibt es einen Ordner „Story“, der gleichzeitig mein Tagebuch, mein Ideenarchiv und mein Rettungsanker ist.
Es ist nicht perfekt organisiert.
Aber es funktioniert.
Und vor allem: Es erlaubt mir zu schreiben, ohne dass mein Alltag um mich herum zusammenbrechen muss.
Der kreative Anspruch ändert sich – aber die Bedeutung bleibt
Ich schreibe weniger als früher.
Aber ich schreibe bewusster.
Ich habe keine stundenlangen Sessions, in denen ich tief eintauche.
Aber ich habe kleine, ehrliche Momente, in denen ich genau das schreibe, was gerade da ist.
Früher hätte ich vieles davon gelöscht, weil es mir nicht „ausgereift“ genug erschien.
Heute sehe ich darin meinen Fortschritt.
Mein Dranbleiben.
Mein Weiterleben als Schreibende, auch wenn alles gerade anders aussieht.
Die Wahrheit ist:
Du bleibst kreativ, indem du sanft dranbleibst – nicht, indem du viel machst.
Kreativität ist keine Aufgabe.
Sie ist ein Kontaktpunkt.
Eine Erinnerung daran, wer du bist.
Mami & Autorin – zwei Identitäten, die sich nicht ausschließen
Der Mami-Alltag fordert viel.
Und manchmal fühlt es sich so an, als würde alles andere in den Hintergrund rücken.
Aber Schreiben war der Teil von mir, der nie verschwunden ist. Er wurde nur leiser, geduldiger, flexibler.
Ich musste nicht lernen, wieder Autorin zu werden.
Ich musste lernen zu akzeptieren, dass ich jetzt beides bin.
Und dass diese Kombination nicht im Widerspruch steht.
Manchmal schreibe ich mit Baby auf dem Arm.
Manchmal gar nicht.
Manchmal überraschend viel.
Und manchmal nur ein einziges Wort.
Alles davon ist in Ordnung.
Alles davon ist Schreiben.
Alles davon ist Teil dieser neuen Identität.
Fazit: Kreativ bleiben im Mami-Alltag ist möglich – nur anders
Du musst dein altes Schreib-Ich nicht zurückerobern. Du kannst ein neues wachsen lassen – eins, das flexibler ist, sanfter mit dir umgeht und keinen Anspruch auf Perfektion erhebt. Ein Schreib-Ich, das nicht weniger wert ist, nur weil es anders funktioniert. Kreativität findet ihren Weg, selbst mitten im Mami-Alltag. Zwischen Bäucherchen, Müdigkeit und diesen kleinen Momenten, in denen dein Baby dich anlächelt und du merkst, dass zwar alles auf den Kopf gestellt ist, aber irgendwie trotzdem gut.
Happy storify.ing! ✨
Sabrina
Dieser Artikel wurde mit ganz viel in Luzern, Schweiz geschrieben.

