Damit du im November nicht auf Seite 37 stecken bleibst: Dein Preptober-Plan
Im November willst du schreiben – nicht jeden zweiten Abend darüber grübeln, was als Nächstes passieren soll. Dieser Preptober-Plan hilft dir, Storykern, Figuren, Plot und Schreiballtag in vier Wochen vorzubereiten, ohne deinen Roman schon vor dem ersten Satz totzuplanen.
Darum geht's
- Was du im Preptober wirklich vorbereiten solltest
- Ein praktischer Plan für vier Oktoberwochen – mit Checkliste für deinen Start
- Acht Tipps, die dir im Schreibmonat Zeit und Nerven sparen
Seite 37.
Deine Hauptfigur hat das Haus verlassen, eine geheimnisvolle Nachricht gefunden und sich mit ihrer besten Freundin gestritten. Die ersten Tage im Schreibmonat liefen großartig. Die Wörter flossen, der Kaffee auch.
Und jetzt sitzt deine Figur in einem Café.
Sie trinkt.
Sie denkt nach.
Sie bestellt vielleicht noch ein Stück Kuchen.
Nicht, weil diese Szene unbedingt in deinen Roman gehört. Sondern weil du nicht weißt, was als Nächstes passieren soll.
Genau dafür gibt es den Preptober.
Nicht, damit du im Oktober bereits jede Geste, jeden Dialog und jede Szene festlegst. Sondern damit du die Fragen beantwortest, die dich im November sonst auf Seite 37 ausbremsen.
Was ist Preptober?
Preptober setzt sich aus „Preparation“ und „October“ zusammen. Gemeint ist der Oktober als Vorbereitungsmonat für ein intensiveres Schreibprojekt im November.
Wie dieses Projekt aussieht, bestimmst du selbst. Du kannst einen neuen Roman beginnen, an einem unfertigen Manuskript weiterschreiben oder eine Rohfassung neu aufsetzen. Du brauchst auch kein bestimmtes Wortziel.
Der Sinn von Preptober ist einfacher:
Du räumst im Oktober die vorhersehbaren Stolpersteine aus dem Weg, damit du im November mehr Zeit für das eigentliche Schreiben hast.
Dafür musst du nicht deinen gesamten Roman kennen. Du brauchst nur genug Orientierung, um immer wieder den nächsten sinnvollen Schritt zu finden.
Bevor du planst: Was soll im November entstehen?
„Ich möchte an meinem Buch arbeiten“ klingt schön, ist aber schwer zu planen. Entscheide zuerst, woran du deinen Fortschritt erkennen möchtest:
- Möchtest du einen neuen ersten Entwurf beginnen?
- Willst du eine bestimmte Anzahl Szenen oder Kapitel schreiben?
- Möchtest du eine liegen gebliebene Geschichte wieder aufnehmen?
- Soll am Monatsende eine vollständige Rohfassung stehen?
- Oder möchtest du vor allem eine regelmäßige Schreibroutine aufbauen?
Formuliere dein Ziel so, dass es zu deinem Alltag passt. Statt „Ich schreibe im November jeden Tag 2.000 Wörter“ könnte dein Ziel lauten: „Ich schreibe an vier Tagen pro Woche jeweils 30 Minuten und möchte bis Ende November den ersten Akt abschließen.“
Ein realistisches Ziel bringt dich weiter als eines, das nur auf dem Papier beeindruckend aussieht.
Woche 1: Finde den Kern deiner Story
In der ersten Woche geht es noch nicht um einzelne Kapitel. Du legst das Fundament. Beantworte zunächst diese Fragen:
- Wer ist deine Hauptfigur?
- Was will sie unbedingt erreichen?
- Was bringt ihre gewohnte Welt aus dem Gleichgewicht?
- Wer oder was arbeitet gegen ihr Ziel?
- Was verliert sie, wenn sie scheitert?
- Warum muss diese Geschichte gerade jetzt beginnen?
Versuche danach, deine Geschichte in einen Satz zu bringen:
Als [Auslöser] geschieht, muss [Hauptfigur] [Ziel] erreichen, obwohl [Gegenkraft] sie daran hindert – sonst [Konsequenz].
Der Satz muss noch nicht elegant sein. Er soll dir zeigen, ob deine Idee bereits eine klare Richtung besitzt.
Dein Ergebnis am Ende der Woche:
- eine vorläufige Prämisse
- das äußere Ziel deiner Hauptfigur
- der zentrale Konflikt
- die möglichen Konsequenzen des Scheiterns
- eine Storyfrage, die erst das Ende beantwortet
Wenn du an dieser Stelle merkst, dass deine Idee noch sehr lose ist, ist das kein Problem. Genau dafür ist Preptober da. Das Preptober Workbook hilft dir, Storykern, Hauptfigur, Konflikt und Setting Tag für Tag zu entwickeln, bevor du dich in eine detaillierte Handlung stürzt.
Preptober Workbook 2026
- 31 Tage, 31 Aufgaben
- Figuren, Konflikt, Setting, Plot
- Für mehr Klarheit
Woche 2: Lerne die Figuren kennen, die den Plot bewegen
Du brauchst im Oktober keine vollständige Biografie für jede Nebenfigur. Konzentriere dich auf das, was Entscheidungen und Konflikte erzeugt.
Für deine Hauptfigur solltest du wissen:
- Was will sie nach außen?
- Was braucht sie innerlich?
- Wovor hat sie Angst?
- Welche falsche Überzeugung hält sie zurück?
- Was ist sie zu Beginn noch nicht bereit zu riskieren?
Prüfe danach deine Gegenfigur oder antagonistische Kraft:
- Welches eigene Ziel verfolgt sie?
- Warum kann sie nicht zulassen, dass die Hauptfigur gewinnt?
- Warum glaubt sie, selbst im Recht zu sein?
- Welche Schwachstelle der Hauptfigur kann sie treffen?
Zum Schluss siehst du dir die wichtigsten Beziehungen an. Wer unterstützt deine Hauptfigur? Wer fordert sie heraus? Bei wem kann sie nicht die Person bleiben, die sie am Anfang war?
Drei Entscheidungen
Notiere drei Entscheidungen, die nur diese Hauptfigur treffen würde:
- Eine Entscheidung, die das Problem verschlimmert: …
- Eine Entscheidung, die eine Beziehung gefährdet: …
- Eine Entscheidung, die am Ende ihre Entwicklung sichtbar macht: …
Damit verhinderst du, dass dein Plot wie eine Reihe beliebiger Ereignisse wirkt. Die Handlung entsteht aus deiner Figur.
deine Figur entscheidet,der Plot folgt.
Dein Ergebnis am Ende der Woche:
- ein kompaktes Profil der Hauptfigur
- Ziel und Motivation der Gegenfigur
- die wichtigste Beziehung im Roman
- die innere Entwicklung, die sich durch die Handlung zieht
Woche 3: Baue die tragende Route deines Plots
Jetzt verbindest du Anfang und Ende. Du musst noch nicht jede Szene kennen. Markiere zunächst die großen Orientierungspunkte:
- Ausgangslage: Wie sieht das Leben vor der Veränderung aus?
- Auslöser: Welches Ereignis setzt die Geschichte in Gang?
- Erster Wendepunkt: Welche Entscheidung macht die Rückkehr zum alten Leben unmöglich?
- Mitte: Welche Erkenntnis oder Veränderung verschiebt den bisherigen Plan?
- Dunkler Moment: Wann scheint das Scheitern unausweichlich?
- Finale: Welche entscheidende Handlung löst den zentralen Konflikt?
- Neue Wirklichkeit: Was ist am Ende anders als zu Beginn?
Prüfe anschließend die Verbindung zwischen diesen Punkten. Kannst du die Ereignisse mit deshalb und aber verknüpfen?
Die Hauptfigur trifft eine Entscheidung. Deshalb entsteht eine neue Konsequenz. Aber diese macht ihr Ziel schwieriger und zwingt sie zur nächsten Entscheidung.
Wenn du nur „und dann“ sagen kannst, fehlen möglicherweise noch Ursache und Wirkung.
STORYBOOK Teil 1
- Von der Idee zur tragenden Prämisse
- Figuren, Konflikt und Outline in einem Buch
- Mit Übungen zum direkt Reinschreiben
Dein Ergebnis am Ende der Woche:
- Anfang und mögliches Ende
- die wichtigsten Wendepunkte
- eine erkennbare Konfliktsteigerung
- eine grobe Route durch alle drei Akte
- offene Fragen, die du bewusst erst beim Schreiben beantworten möchtest
Woche 4: Bereite deinen Schreiballtag vor
Ein guter Plot hilft wenig, wenn dein Schreibplan nur in einem Alltag funktioniert, den du gar nicht hast. Plane deshalb nicht deine ideale Woche. Plane deine echte.
1. Reserviere konkrete Schreibfenster. „Ich schreibe, wenn ich Zeit habe“ ist selten ein belastbarer Plan. Trage deine Schreibzeiten in den Kalender ein. Berücksichtige Arbeit, Familie, Termine und Erholung. Zwei verlässliche Einheiten sind wertvoller als sieben, die ständig ausfallen.
2. Definiere deine kleinste Schreibeinheit. Was zählt auch an einem vollen Tag? Zum Beispiel 15 Minuten schreiben, 200 Wörter, einen Dialog skizzieren, die nächste Szene vorbereiten oder fünf Stichpunkte zur Fortsetzung notieren. Deine kleinste Einheit hält die Verbindung zum Projekt, ohne dass jeder Tag zum Leistungstest wird.
3. Plane die ersten fünf Szenen genauer. Du musst nicht alle Kapitel ausarbeiten. Die ersten fünf Szenen solltest du jedoch so gut kennen, dass du am ersten Novembertag nicht erneut planen musst. Notiere für jede Szene:
- Wer verfolgt welches Ziel?
- Was steht im Weg?
- Welche Entscheidung fällt?
- Was verändert sich am Ende?
4. Erstelle einen Plan B. Schreibe schon jetzt auf, was du tust, wenn du feststeckst. Dein Plan B könnte sein:
- zur nächsten bekannten Szene springen,
- einen Dialog ohne Beschreibungen schreiben,
- die Szene aus einer anderen Perspektive testen,
- zehn Minuten frei über das Problem schreiben,
- eine Platzhalternotiz setzen und weitergehen.
So wird ein schwieriger Schreibtag nicht automatisch zu einer verlorenen Woche.
Acht Preptober-Tipps, die dir später Zeit sparen
1. Plane den Anfang genauer als die Mitte. Für den Start brauchst du Sicherheit. In der Mitte darf mehr Raum zum Entdecken bleiben.
2. Sammle offene Fragen an einem Ort. Du musst nicht jede Lücke sofort lösen. Eine Liste verhindert, dass du beim Schreiben immer wieder in die Recherche abtauchst.
3. Lege einen Recherche-Parkplatz an. Notiere, was du später prüfen musst, und schreibe zunächst mit einem Platzhalter weiter: [RECHERCHE: Wie lange dauert diese Zugfahrt?]
4. Bereite deine nächste Szene vor, bevor du aufhörst. Hinterlasse dir zwei oder drei Stichpunkte. So musst du beim nächsten Mal nicht vor einer völlig leeren Seite anfangen.
5. Teste deine Prämisse an einer anderen Person. Kann jemand nach einem Satz erkennen, wer etwas will, was im Weg steht und warum das wichtig ist? Wenn nicht, schärfe den Kern.
6. Markiere deine wahrscheinliche Problemstelle. Ist es die Mitte? Das Ende? Die Motivation der Gegenfigur? Gib diesem Punkt im Oktober bewusst mehr Zeit.
7. Plane Puffertage ein. Preptober ist keine Prüfung. Freie Tage helfen dir, Versäumtes nachzuholen oder neue Ideen einzuarbeiten.
8. Schreibe eine Testszene. Sie muss später nicht im Roman landen. Nutze sie, um Stimme, Perspektive und Dynamik deiner Figuren auszuprobieren.
Dein Preptober-Check
Du bist bereit für deinen Schreibmonat, wenn du die meisten dieser Aussagen abhaken kannst:
Fehlen noch Häkchen? Genau dafür bleiben dir die Oktobertage.
Dein praktischer Begleiter durch den Preptober
Dieser Blogpost gibt dir den Überblick. Das Preptober Workbook begleitet dich durch die Umsetzung: Du arbeitest deine Story in kleinen, konkreten Schritten durch – von der ersten Idee über Figuren, Konflikt und Setting bis zu Plot, Ende und Schreibplan. So musst du nicht jeden Tag neu überlegen, womit du weitermachst.
Welcher Begleiter passt zu dir?
- Du möchtest dein Projekt im Oktober Schritt für Schritt schreibbereit machen? Dann ist das Preptober Workbook 2026 dein Begleiter.
- Du brauchst intensivere Unterstützung? Dann begleitet dich das STORYBOOK Teil 1 von der Idee bis zur fertigen Outline.
Mein Schreibbuddy für deinen Oktober
Preptober Workbook 2026
Baue deine Story im Oktober Schritt für Schritt auf und starte im November mit einem klaren Plan.
Zum WorkbookDu musst im Oktober nicht den perfekten Roman planen. Du musst deinem November-Ich nur genug Orientierung hinterlassen, damit es auf Seite 37 nicht Kuchen bestellt, weil niemand weiß, wie die Geschichte weitergeht.
Dieser Artikel wurde mit ganz viel Herz in Luzern, Schweiz geschrieben.