Schreiben als Newbie-Mommy: Wie die ersten 3 Monate alles verändern
Zwischen Bäucherchen, Windeln & Stories — Post 1/3
Die ersten Wochen mit Baby sind … wild. Schön, aber wild. Plötzlich steht alles Kopf: dein Schlaf, deine Routinen, dein ganzes Selbstbild. Du liebst dieses kleine Wesen, ja – aber du bist auch müde, überfordert und fragst dich irgendwann: Wo ist eigentlich mein altes Ich hin? Genau so fühlt es sich an, als hätte jemand dein Leben einmal ordentlich durchgeschüttelt. Und genau deshalb wird Schreiben nach der Geburt so schnell zu einem stillen Rückzugsort. Ein Mini-Moment, in dem du nicht funktionieren musst, sondern einfach du sein darfst.
- Der Anfang: Wenn nichts mehr ist, wie es vorher war
- Die unfreiwillige Transformation, die trotzdem Kraft schenkt
- Der emotionale Orkan und warum er das Schreiben vertieft
- Das Ich, das sich neu zusammensetzt
- Wie Schreiben Halt gibt – selbst wenn kaum Zeit bleibt
- Der kreative Shift nach 3 Monaten
- Fazit: Mutterschaft zerstört das Schreiben nicht – sie verwandelt es
In diesem Blogpost nehme ich dich mit in meine ersten Monate als Mami und zeige dir, wie mir das Schreiben nach der Geburt geholfen hat, mich selbst nicht zu verlieren.
Der Anfang: Wenn nichts mehr ist, wie es vorher war
Es gibt diese seltsam stillen Momente im Halbdunkel, in denen du ein Baby auf der Brust hast, das gerade endlich eingeschlafen ist. Du sitzt da, bewegst dich nicht, atmest flacher als sonst, und die Gedanken kreisen:
„Wer bin ich eigentlich noch?“
Die Welt da draußen rauscht weiter, aber was passiert bei dir? Stillstand. Orkan. Chaos. Alles gleichzeitig.
Die ersten Wochen fühlen sich an wie ein Dauerjetlag ohne Urlaub. Du wachst auf und weißt nicht, welcher Wochentag ist. Du gehst schlafen – falls man das so nennen kann – und hoffst, dass du morgen ein kleines bisschen funktionierst.
Niemand kann dich wirklich darauf vorbereiten.
Nicht auf den Schlafmangel.
Nicht auf die innere Zerrissenheit.
Nicht auf diese absurde Mischung aus Liebe und Überforderung.
Und schon gar nicht darauf, was das alles mit deiner Kreativität macht.
Die Wahrheit? Mutterschaft wirbelt alles durcheinander. Und gleichzeitig legt sie Dinge frei, von denen du vorher nicht einmal wusstest, dass sie in dir stecken.
Die unfreiwillige Transformation, die trotzdem Kraft schenkt
Mutterschaft ist kein geplantes Kreativprogramm. Es ist eher ein sehr intensiver, sehr unvorhersehbarer Crashkurs in Demut, Hingabe und Loslassen. Und Humor. Nichts daran fühlt sich kontrollierbar an. Und genau in diesem Kontrollverlust steckt eine merkwürdige Kraft.
Kontrolle abgeben und plötzlich freier schreiben
Ich war immer die Planerin. Struktur. Ordnung. Deadlines.
Ein Baby? Interessiert sich exakt null dafür. Lächelt müde über all das und hat keinerlei Respekt vor To-do-Listen.
Manche Tage laufen.
Manche kollabieren.
Manche beginnen erst am Nachmittag.
Und genau dadurch hat sich mein Schreiben verändert:
Vorher habe ich oft geschrieben, um etwas „Gutes“ zu produzieren: eine schöne Szene, einen starken Satz, einen Text, der sich professionell anfühlt. Nach der Geburt war dafür einfach kein Platz mehr. Ich hatte kaum Energie, geschweige denn Anspruch an Perfektion. Und genau das hat etwas in mir gelöst.
Meine Texte wurden… ehrlicher.
Ich habe Sätze stehen lassen, die ich früher sofort gelöscht hätte. Ich habe Dinge geschrieben, die ich davor nicht mal gedacht hätte. Ich habe nicht mehr versucht, „gut“ zu schreiben – ich habe einfach geschrieben.
Ich war mutiger, weil ich keine Zeit hatte, mich selbst auszubremsen.
Ich war ehrlicher, weil mein emotionaler Filter komplett durchlässig war.
Ich war freier, weil ich verstanden habe: Es muss nicht perfekt sein. Es muss nur wahr sein.
„Plötzlich war Schreiben keine Leistung mehr, sondern ein Atemzug.“
Und das hat alles verändert. Ich habe mich weniger verglichen, weniger bewertet, weniger unter Druck gesetzt. Das Schreiben wurde weicher. Ungekünstelter. Näher an mir.
Ich schreibe nicht trotz des Chaos.
Ich schreibe wegen des Chaos.
Der emotionale Orkan und warum er das Schreiben vertieft
Nichts macht dich emotional transparenter als Mutterschaft. Alles ist plötzlich extrem:
Liebe, die kaum in deinen Körper passt.
So intensiv, dass dir manchmal die Luft wegbleibt, einfach weil dieses kleine Wesen deine Brust berührt oder deine Hand festhält. Eine Liebe, die dich überrascht, obwohl du dachtest, du wärst vorbereitet.
Angst, die dich kurz festhält.
Nicht die dramatische Film-Angst, sondern die leise, ständige:
Atmet sie? Ist er okay? Mache ich das richtig?
Angst davor, Fehler zu machen. Angst davor, dass du dich selbst verlierst.
Dankbarkeit aus dem Nichts.
Mitten im Chaos. Mitten im Stillen, Tragen, Beruhigen. Dieses plötzliche Gefühl, dass du genau jetzt nirgendwo anders sein möchtest – obwohl du gleichzeitig völlig am Limit bist.
Überforderung ohne Drama, aber mit Tränen.
Diese Art Überforderung, für die man sich fast schämt, weil „eigentlich“ alles gut ist. Und trotzdem ist dein Nervensystem im Dauereinsatz.
Und genau diese ganze Intensität… sickert ins Schreiben.
Figuren handeln plötzlich echter, weil du selbst jeden Tag durch ein ganzes Spektrum von Emotionen gehst.
Dialoge werden weniger „schön“ und viel authentischer, weil du genau weißt, wie es sich anfühlt, wenn man müde, dünnhäutig und gleichzeitig voller Liebe ist.
Konflikte fühlen sich menschlicher an, weil du selbst gerade jeden Tag mit so vielen widersprüchlichen Gefühlen klarkommst.
Es ist, als würde Mutterschaft eine Tür öffnen zu einem emotionalen Raum, den du vorher nicht kanntest. Nicht weil du vorher nicht tief gefühlt hast – sondern weil du jetzt ständig am Kern bist. Kein Filter. Keine Energie für Fassade.
Ich hätte nie gedacht, dass ausgerechnet die Wochenbett-Zeit meiner Kreativität Tiefe schenkt. Aber genau das tut sie. Nicht durch Ruhe oder Muse – die gibt’s kaum. Sondern durch Radikalität. Durch das ungefilterte Erleben.
Plötzlich weißt du, wie es sich anfühlt, wenn eine Figur kurz vorm Zusammenbrechen steht.
Wie man gleichzeitig stark und verletzlich sein kann.
Wie es ist, etwas zu lieben, das dich völlig überfordert.
Diese Nähe zu dir selbst – so anstrengend sie manchmal ist – spürt man in jedem Satz.
Das Ich, das sich neu zusammensetzt
In den ersten Monaten entsteht ein neues Selbstbild. Nicht linear. Nicht hübsch. Nicht logisch. Eher wie ein Puzzle, das sich ständig verändert – je nachdem, ob du gerade geschlafen hast, ob das Baby Bauchweh hat oder ob du beim Wickeln plötzlich anfängst zu weinen, weil dich ein winziger Blick so tief berührt, dass du dich selbst nicht wiedererkennst.
Du bist Mami – ja. Aber du bist eben nicht nur das.
Du bist Partnerin. Freundin. Autorin. Ein Mensch mit Sehnsüchten, Ideen, Träumen, aber auch mit Bedürfnissen, die im Babyalltag leicht überrollt werden.
Und genau da beginnt dieses neue Ich.
Nicht als „Neuerfindung“. Eher als Neu-Schichtung. Alte Teile fallen weg, andere treten nach vorn, manche tauchen wieder auf, obwohl du dachtest, du hättest sie längst verloren. Es ist ein stiller Prozess – einer, den man von außen nicht sieht.
Für mich war Schreiben der Ort, an dem ich all diese Teile wiedergefunden habe.
Nicht, weil ich dort produktiv war.
Nicht, weil ich große Texte geschrieben hätte.
Sondern weil es der einzige Raum war, der wirklich mir gehörte.
Ein Raum ohne Baby, ohne Verantwortung, ohne „Kannst du mal?“
Ein Ort, an dem niemand etwas brauchte.
Ein Ort, an dem ich nicht erklären oder funktionieren musste.
Beim Schreiben habe ich gemerkt:
Ich bin immer noch die, die Geschichten liebt.
Ich bin immer noch die, die Wörter braucht wie andere Sauerstoff.
Ich bin immer noch die, die etwas erschaffen will, selbst wenn es nur ein Absatz ist.
Manchmal saß ich da und dachte: Okay, ich habe acht Minuten, bevor das Baby wieder aufwacht. Was bleibt von mir übrig, wenn ich jetzt schreibe?
Und überraschenderweise blieb genug übrig. Nicht die perfekte Version. Nicht die durchdachte. Aber die echte.
Dieses neue Ich entsteht nicht an einem Tag. Es wächst leise, zwischen Milchflecken und Müdigkeit, zwischen Glückshormonen und Selbstzweifeln. Und jedes Mal, wenn du deine Worte auf Papier bringst, sortiert sich ein Stück davon.
Schreiben war der Faden, der mich wieder zusammengenäht hat.
Nicht zu meinem alten Ich.
Sondern zu einem Ich, das reichhaltiger, weicher und tiefer ist als vorher.
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Wie Schreiben Halt gibt – selbst wenn kaum Zeit bleibt
Ich habe keine stundenlangen Schreibsessions erwartet. Und sie sind auch nicht passiert. Aber ich habe gelernt, wie mächtig kleine Fenster sein können:
drei Minuten für ein Gefühl,
fünf Minuten für eine Szene,
zwei Minuten, um etwas festzuhalten, bevor es im Babynebel verdampft.
Diese Mini-Momente waren meine Rettung. Keine zusätzliche Belastung. Kein Projekt, das fertig werden muss. Sondern Selbstfürsorge in ihrer leisesten Form.
Der kreative Shift nach 3 Monaten
Die Veränderung ist nicht spektakulär, aber spürbar:
Ich schreibe mutiger.
Ich schreibe tiefer.
Ich schreibe pragmatischer.
Und ich schreibe liebevoller – über meine Figuren und über mich selbst.
Mutterschaft erschöpft dich. Ja.
Aber sie weitet dich auch. Und darin liegt ihre kreative Kraft.
Fazit: Mutterschaft verwandelt dein Schreiben
Und ehrlich? Diese Verwandlung ist manchmal unbequem.
Aber sie ist ein Geschenk.
Sie zwingt dich, loszulassen.
Sie zwingt dich, ehrlicher zu werden.
Sie zwingt dich, näher an deine Wahrheit zu gehen.
Schreiben hilft dir, dich wiederzufinden.
Mutterschaft hilft dir, tiefer zu fühlen.
Beides zusammen?
Ein neuer Anfang. Einer, der Mut macht – auch wenn er anstrengend ist.
Happy storify.ing! ✨
Sabrina
Dieser Artikel wurde mit ganz viel in Luzern, Schweiz geschrieben.

