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Was ist eine Story?

19. Juni 2023·6 Min. Lesezeit·Sabrina

Wir alle sind begeistert von Stories, aber vor allem: Wir alle erzählen sie. Jeden Tag. In den verschiedensten Situationen. Der Wissenschaftler und Schriftsteller Jeremy Hsu geht sogar davon aus, dass 65 Prozent unserer Gespräche aus Stories bestehen. Was also ist eine Story – und was ist keine?

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Darum geht's

  • Die Definition einer Story – und warum sie so langweilig klingt
  • Wie die Drei-Akt-Struktur am Beispiel Harry Potter funktioniert
  • Drei Formate, die trotz Inhalt keine Story sind

Stories brauchen keine Werkzeuge

Wir alle sind begeistert von Stories, aber vor allem: Wir alle erzählen sie. Jeden Tag. In den verschiedensten Situationen.

Der Wissenschaftler und Schriftsteller Jeremy Hsu geht sogar davon aus, dass „65 Prozent unserer Gespräche aus Stories bestehen“ – Stories über uns selbst, über andere Menschen, aber auch Klatsch und Tratsch. Wir hören sie uns an, wir wiederholen sie, wir erfinden sie. Jedes Mal, wenn wir eine wichtige Information teilen möchten, verpacken wir sie in eine Story.

Das Beste daran ist, dass wir dafür keine speziellen Werkzeuge benötigen – dein Kopf, ein Stift und Papier reichen für den Anfang völlig aus.

Definition von Story

Eine Story ist ein Narrativ oder eine Serie von Ereignissen, die zusammengehören und die in einer bestimmten Reihenfolge erzählt werden, um die Zuhörer zu informieren, begeistern und/oder inspirieren.

Eine sehr langweilige Definition, wenn man bedenkt, was Stories alles bewirken können.
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Stories sind dazu da, um erzählt zu werden

Geschichten sind überall – du findest sie in Gesprächen mit deiner Familie, deinen Freunden und deinen Arbeitskollegen, aber auch im Theater, Fernsehen, in Zeitungsartikeln oder Blogs. Wir alle denken in Narrativen – den ganzen Tag. Egal ob wir über den nächsten Supermarkteinkauf nachdenken oder über das Gespräch mit unserer WG-Mitbewohnerin am Abend. Wir erfinden kurze Geschichten in unseren Köpfen für jede Handlung und jedes Gespräch. Dadurch können wir uns auf der faszinierendsten und gleichzeitig einfachsten Ebene verstehen und verbinden.

Wenn wir eine gute Geschichte hören oder lesen, ruft sie Erinnerungen hervor oder aktiviert unsere Vorstellungskraft. Wir empfinden dadurch Emotionen, die uns mit der Geschichte und dem Geschichtenerzähler verbinden. Was wiederum bedeutet, dass uns die Inhalte viel besser im Gedächtnis bleiben.

Wie baut man eine gute Story auf?

Dafür gibt es einige Strukturen oder Frameworks. Die generelle Regel lautet allerdings: „The simpler, the better“. Die Drei-Akt-Struktur folgt diesem Prinzip: Jede Story hat einen Anfang, eine Mitte und ein Ende. Gehen wir sie anhand von Harry Potter durch:

  • Anfang. Der erste Akt beginnt mit einer Einführung des Hauptcharakters, Harry Potter, und seines Lebens als Waise, der bei seiner Tante und seinem Onkel lebt. Er führt ein scheinbar normales Leben, bis er erfährt, dass er ein Zauberer ist und eine Einladung erhält, die Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei zu besuchen.
  • Mitte. Im zweiten Akt besucht Harry die Hogwarts-Schule, wo er Freunde und Feinde findet und mehr über die Welt der Zauberer und den bösen Lord Voldemort erfährt.
  • Ende. Der finale Akt ist der Höhepunkt der Geschichte: Harry tritt in einem Kampf gegen Lord Voldemort an, um die Welt der Zauberer zu retten. Durch seine Reise lernt Harry, dass Mut und Freundschaft immer stärker sind als Hass und das Böse.

Was ist keine Story?

Nachdem wir jetzt einiges darüber wissen, was eine gute Story ausmacht: Was würdest du sagen, sind folgende Beispiele eine Story?

  • Case Studies. Eine Case Study ist eine detaillierte Untersuchung eines bestimmten Szenarios, um ein besseres Verständnis der zugrunde liegenden Probleme, Zusammenhänge und potenziellen Lösungen zu gewinnen. Klingt nicht gerade sehr persönlich, oder? Und deswegen hast du wahrscheinlich nicht viele gelesen.
  • Testimonials. Mit Testimonials werden wir schon ein wenig persönlicher – hier erzählen Menschen von ihren Erfahrungen mit einem Produkt oder einem Service. Allerdings erhalten wir nur einen Einblick in einen Teil der gesamten Story.
  • Produktpräsentation. Wann immer ein Produkt vorgestellt wird, wo Features aufgelistet werden und man hört, warum das Unternehmen ein so toller Partner wäre – das ist keine Story.
Mini-Übung

Erzähl deinen Tag in drei Akten

Nimm einen ganz normalen Tag der letzten Woche und bring ihn in die Drei-Akt-Struktur. Ein Satz pro Akt reicht.

  • Anfang – so war die Ausgangslage: …
  • Mitte – das kam dazwischen: …
  • Ende – das hat sich dadurch verändert: …

Wenn sich beim dritten Punkt nichts verändert hat, war es eine Aufzählung – keine Story.

wirklich aufschreiben,
nicht nur denken.

Fazit

Eine Story ist mehr als eine Reihe von Ereignissen: Sie hängt zusammen, sie hat eine Richtung und sie verändert etwas. Genau deshalb bleibt sie im Gedächtnis, während Fakten verblassen.

Happy Storytelling!

Wer hier schreibt
Sabrina Jordak, Autorin und Gründerin von storify.ing

Sabrina schreibt Romane und weiss, wie es sich anfühlt, in der Mitte eines Manuskripts stecken zu bleiben. Auf storify.ing teilt sie, was ihr selbst geholfen hat, weiterzuschreiben.

Happy storify.ing! Sabrina

Dieser Artikel wurde mit ganz viel Herz in Mals, Südtirol geschrieben.

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