Wurzeln und Identität: Wie deine Herkunft dein Schreiben prägt
Stories, die in dir beginnen – Post 1/2
Wir wissen mittlerweile: Wir schreiben nie allein. Da ist unser inneres Schreibteam – mit all seinen Stimmen, Zweifeln und Visionen. Aber darunter wirkt noch etwas Tieferes: deine Herkunft, deine Erinnerungen und deine Prägungen. Und genau dort beginnt die Stimme, mit der wir wirklich erzählen.
In diesem Blogpost geht es darum, warum deine Herkunft deine Erzählstimme prägt – und warum genau darin deine größte Stärke liegen kann ❤️
Warum Identität mehr Einfluss auf dein Schreiben hat, als du denkst
Wenn ich an meinem Schreibtisch sitze, ist mein inneres Schreibteam meistens ziemlich beschäftigt.
✨ Aurelia wirft Ideen in den Raum.
🚀 Helene denkt schon drei Schritte weiter.
💭 Mira meldet Zweifel (wieder einmal).
✍️ Und Irmgard wartet geduldig darauf, dass endlich jemand (ICH) anfängt zu schreiben.
Lange hatte ich das Gefühl, dass genau hier meine Stories entstehen: in diesem Austausch, in diesem ewigen inneren Hin und Her. Heute sehe ich das anders. Oder besser gesagt: vollständiger. Denn egal, welche Idee Aurelia gerade hat oder welchen Zweifel Mira einbringt – sie greifen alle auf etwas zurück, das schon längst da ist. Auf das, was ich kenne, nämlich: Meine Identität.
Und ihr Einfluss geht tiefer, als ich lange gedacht habe. Vielleicht kennst du diesen Gedanken auch: dass du selbst entscheidest, was du erzählst. Dass deine Ideen einfach entstehen, weil du kreativ bist.
Doch, wenn du genauer hinsiehst, wirst du merken:
Diese Entscheidungen entstehen nicht im luftleeren Raum.
– Wir greifen auf Beziehungen zurück, die uns vertraut sind.
– Auf Konflikte, die wir verstanden haben.
– Auf Dynamiken, die sich für uns „logisch“ anfühlen.
Und genau hier liegt der Knackpunkt:
Was sich für dich logisch anfühlt, ist nicht neutral.
Es ist geprägt.
Wenn du gelernt hast, Konflikte eher zu vermeiden, wirst du andere Stories erzählen als jemand, der gelernt hat, sie offen auszutragen. Wenn du mit bestimmten Rollenbildern aufgewachsen bist, werden deine Figuren anders handeln, als du vielleicht bewusst planst.
Dein inneres Schreibteam erfindet also nicht frei. Es arbeitet mit dem Material, das deine Identität ihm zur Verfügung stellt.
Sprich: Deine Identität entscheidet nicht nur, wie du schreibst, sondern auch, was du überhaupt als erzählenswert wahrnimmst. Du schreibst also nicht einfach nur Stories.
Du reproduzierst – und interpretierst – deine eigene Realität.
Der Moment, in dem du deiner Stimme nicht mehr traust
Sobald dir dieses Muster bewusst wird, passiert etwas Spannendes. Du stellst dir unweigerlich die Frage:
„Will ich wirklich genau das erzählen, oder etwas völlig anderes?“
Du beginnst, deine eigenen Texte mit neuen Augen zu lesen und entdeckst plötzlich Muster, die dir vorher nie aufgefallen sind. Du erkennst, dass deine Figuren oft auf eine Art handeln, die sich für dich zwar „richtig“ anfühlt, die du aber vielleicht nie bewusst hinterfragt hast. Ob deine Figuren nun besonders harmoniebedürftig sind oder unermüdlich für ihre Freiheit kämpfen – das ist (wahrscheinlich) kein Zufall, das ist deine Prägung.
Mit dieser neuen Bewusstheit verändert sich auch dein Blick auf den eigenen Schreibprozess. Du beobachtest dich selbst stärker, spürst eine leise Irritation und stellst dir Fragen, die vorher gar nicht da waren: Ist das wirklich meine Stimme, oder habe ich das irgendwo übernommen?
In dem Versuch, alles „richtig“ zu machen, formulierst du Sätze um, orientierst dich an fremden Erwartungen und entfernst dich paradoxerweise ein Stück von dir selbst. Was dann passiert? Du (ver-)traust dir nicht mehr.
Deine Identität als dein größter Vorteil
Aber genau hier passiert etwas, das sich anfangs wohl widersprüchlich anfühlt, aber in Wahrheit „nur“ der Punkt ist, an dem du beginnst, wirklich aus dir heraus zu schreiben.
Solange du deine eigene Perspektive nicht hinterfragst, schreibst du oft automatisch. Du greifst auf das zurück, was du kennst, was funktioniert, was sich vertraut anfühlt. Das ist nicht falsch, aber es bleibt an der Oberfläche.
Erst in dem Moment, in dem du innehältst und beginnst zu hinterfragen, öffnet sich ein neuer Raum.
Ein Raum, in dem du bewusst entscheiden kannst.
– Welche Story willst du wirklich erzählen?
– Welche Muster möchtest du weiterführen und welche vielleicht durchbrechen?
– Welche Figuren entstehen aus dir heraus und welche aus Erwartungen?
Deine Identität ist also nicht das, was dich einschränkt.
Ganz im Gegenteil: Sie ist das, was deinem Schreiben Tiefe gibt.
Alles, was dich geprägt hat – deine Herkunft, deine Erfahrungen, deine Erinnerungen – sorgt dafür, dass du Dinge siehst, die andere vielleicht übersehen. Dass du Nuancen erkennst, wo andere nur Oberfläche sehen. Dass du Stories anders erzählst. Und genau das ist es, was Leser:innen spüren.
Nicht die ewige Perfektion. Oder das „richtige“ Schreiben.
Sondern DEINE Echtheit.
Zwei Menschen können dieselbe Idee haben und völlig unterschiedliche Stories daraus machen. Nicht, weil einer „besser“ schreibt, sondern weil jede:r aus einer anderen Identität heraus erzählt.
Genau aus diesem Grund ist deine Perspektive kein Hindernis. Sie ist dein größter Vorteil.
Eine Frage, die dein Schreiben nachhaltig verändert
Für dein Schreiben kannst du heute eine neue Entscheidung treffen: Anstatt dich – wie bisher – ständig zu fragen: „Ist das gut genug? Ist das spannend genug?“, versuche es mal mit dieser essenziellen Frage:
Woher kommt das eigentlich, was ich hier schreibe?
Diese Frage richtet deinen Blick nicht mehr nach außen, sondern nach innen. Du beginnst zu erkennen, welche Erfahrungen deine Perspektive formen, welche Werte in deinen Geschichten mitschwingen und warum dich bestimmte Themen immer wieder finden.
Dadurch verändert sich dein Zugang zum Schreiben. Du beginnst, deinem „eigenen Material“ zuzuhören. Du schreibst nicht mehr, um etwas zu erfüllen, sondern um etwas auszudrücken.
Genau dabei möchte ich dich mit meinen beiden STORYBOOK Büchern unterstützen. Nicht dabei, „besser“ zu schreiben im klassischen Sinne, sondern dabei, deinen eigenen Zugang zu finden: deine Themen, deine Stimme, deine Art, Stories zu erzählen.
Denn alles, was du dafür brauchst, ist im Grunde schon da.
Du musst nur anfangen, bewusst darauf zuzugreifen.
Happy storify.ing!
Sabrina
Dieser Artikel wurde mit ganz viel in Luzern, Schweiz geschrieben.
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